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Historie der Stadt

Stadtgründung 13. Jahrhundert

Das Stadtgebiet erstreckte sich 1292, zur Zeit der Stadtgründung“ zwischen den heutigen Straßen Weißer Wall, Nordwall, Stechbahn und Zöllnerstraße. Die Richtung der Haupthandelswege nach Braunschweig, Bremen, Hannover und Nienburg spiegeln sich im Stadtgrundriss wider. Am Kreuzungspunkt entstand im Mittelpunkt der neuen Stadt das Rathaus, das an herausgehobener Stelle als einziger repräsentativer Profanbau neben der Bürgerkirche St. Marien liegt. Beide Gebäude entstanden zurzeit der Stadtgründung und enthalten noch heute Bauteile aus dieser Zeit.

Die ursprüngliche Form der im 13. Jahrhundert neu angelegten Stadt war durch eine Talsandinsel im Zusammenfluss von Aller und Fuhse vorgegeben. Das Areal erstreckte sich von Osten nach Westen in einer Länge von 450 Meter und Breite von 250 Metern. Hier wurden im Laufe der Zeit die Straßen schachbrettartig angelegt. Vermutlich war die Bebauung zunächst sehr viel lockerer als in heutiger Zeit, in der die Fachwerkhäuser dicht aneinander gereiht die Straßen säumen. Die ältesten heute noch vorhandenen Fachwerkhäuser stammen aus dem 16. Jahrhundert.

15. Jahrhundert

Gut 150 Jahre nach der Stadtgründung wird eine „Neue Straße“ parallel zwischen Schuh- und Zöllnerstraße erwähnt: Ein Hinweis darauf, dass die Bevölkerungszahl sich erhöht hatte und neue Bauplätze nötig waren. Ursache war sicherlich die Tatsache, dass Celle seit 1433 ständige Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg geworden war. Auch die Celler Burg wurde zu dieser Zeit ausgebaut. Herzog Friedrich der Fromme errichtete 1452 auch ein Franziskanerkloster. In der Reformation wurden die Mönche jedoch vertrieben und das Gebäude abgerissen.

16. Jahrhundert

In dieser Zeit um 1530 erfolgte eine weitere Vergrößerung der Stadt unter Herzog Ernst der Bekenner, der die alte Blumenlage – eine vor der Mauer entstandene Siedlung – mit in das städtische Territorium einbezog. Gleichzeitig wurde die Stadt Celle auch durch Ausbau der Stadtmauer und Anlage von Wall und Graben zu einer Festung umgestaltet, die hundert Jahre später während des 30-jährigen Krieges durch die Anlage von Schanzen vor den drei Stadttoren noch verstärkt wurde.

17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert erreichte die Stadt mit rund 500 Häusern eine Bebauungsdichte, die bis auf die Nebengebäude kaum noch verändert werden konnte. Noch heute umfasst die Altstadt ca. 500 denkmalgeschützte Fachwerkhäuser. Als Herzog Georg Wilhelm 1665 in Celle die Regierung antrat, bot die dicht bebaute mittelalterliche Anlage der Stadt kaum Wohnraum für den stark angewachsenen barocken Hofstaat. So stellte er 1680 seinen Plan zur Anlage einer Neustadt vor dem Westceller Tor vor, die dort auf einem drei Kilometer langen Areal entstehen sollte. Der Plan sah vor, ausgehend von einer Prachtstraße, parallel und rechtwinklig verlaufende Straßen anzulegen. An der Hauptstraße sollten nur große Häuser mit Hof und Garten entstehen, in den parallel dahinter verlaufenden Straßen die kleineren Häuser der Handwerker.

18./19. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert verlor die Festungsanlage immer mehr an militärischer Bedeutung, die Wälle wurden im Laufe der Zeit erniedrigt und die Gräben verkleinert, bis am Ende des 19. Jahrhunderts die Wälle vollends abgetragen wurden. Heute erinnern noch die Straßennamen Nord- und Südwall sowie Westcellertor-, Hehlentor- und Altencellerstraße an die einstige Befestigungsanlage.

Celle blieb auf seine alten Grenzen – die heutige Innenstadt – beschränkt. Unabhängig davon entwickelten sich vor den Stadtwällen die Vorstädte immer besser: die Blumlage im Osten, die schon im Mittelalter bestand, Neuenhäusen und die Neustadt vor dem Westceller Tor, die im 17. Jahrhundert dazu kamen, und das Hehlentorgebiet nördlich der Aller, das Ende des 18. Jahrhunderts immer mehr besiedelt wurde. 1864 hatte die Innenstadt 5309 Einwohner, die vier Vorstädte aber zusammen schon 9613 Einwohner. Schon 1797 war die Idee entstanden, Stadt und Vorstädte zu vereinen. Erstmals praktisch umgesetzt wurde dies in Napoleonischer Zeit, als Celle 1810 bis 1813 französisch besetzt war. Danach kehrte man dann wieder zu den alten Formen zurück, so dass erst 1869 Stadt und Vorstädte vereinigt wurden.

Quelle: Sabine Maehnert, Stadtarchiv Celle, Celle 2010

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